Das Gut Ogrosen ist heute die „ökologische Höfegemeinschaft“ Gut Ogrosen.
Der Grundstein dafür wurde mit dem Pachtvertrag gelegt, den Günter Lüdeke (Sohn des letzten Privateigentümers Friedrich Lüdeke, der bis zu seiner Enteignung 1945, Besitzer des Gutes war) mit der Treuhandanstalt zum 01.10.1991 abgeschlossen hat. Der Pächter überließ seiner Tochter und seinem Schwiegersohn den Betrieb zur Bewirtschaftung.

 

Auf 425 ha, mit 120 Milchkühen begann die ökologische Bewirtschaftung.
Die baulichen Anlagen auf der großen Hofstelle von ca. 11 ha ließen eine viel größere Bewirtschaftung zu, als nur die Haltung der Milchkühe. Die noch ungenutzten Ställe und Scheunen sollten auch bewirtschaftet werden.
Dafür wurden Interessenten gesucht, die selbständig einen landwirtschaftlichen Betrieb führen wollten.
Der Milchschafhof Schafgarbe war 1994 der erste Betrieb, mit dem die Höfegemeinschaftsbildung begann. 20 ha und 2 Ställe wurden vom Gut langfristig gepachtet und damit konnten dann 100 Milchschafe gehalten werden.
1998 hat Markus Schmidt vom Gut für seinen Gemüsebaubetrieb „Erdreich“ 5 ha und eine Scheune langfristig gepachtet.
Die letzte Betriebsgründung auf dem Gut Ogrosen war der Aufbau des Ziegenhofs 2001, durch Borris Philipp. 6 ha und ein Stallgebäude pachtete der Landwirtschaftsneugründer, der damit 50 Ziegen halten konnte. 2004 übergab Borris Philipp seinen Betrieb an Regina Lieb und Frank Porten.
Auf dem Gut Ogrosen arbeiten jetzt vier landwirtschaftliche Betriebe. Viele selbständige Betriebe führten zu vielen selbständigen Arbeitsplätzen, bei denen die Arbeit selbstbestimmt und selbstverantwortet ist. Darüber hinaus haben aber auch alle Betriebe noch angestellte Mitarbeiter. Cirka 25 Menschen arbeiten in der Höfegemeinschaft.
Die für die bäuerliche Landwirtschaft typische enge Verbindung zwischen dem 'Bauern und seinen Anvertrauten', den Tieren und Pflanzen, das ist auch in der Höfegemeinschaft Ogrosen bestimmend.

 

Die Geschichte des Gutshofes

Das laut Ortsnamenbuch 1346 erstmals erwähnte Ogrosen liegt ca. 10 km entfernt vom südwestlichen Spreewaldrand. Die Gutsanlage mit dem Herrenhaus (von 1704), dem Verwalterhaus (um 18. Jh.), dem Landarbeiterhaus (um 18. Jh.) und dem Wirtschaftshof (Ende 19. Jh.) erstreckt sich unweit der nordwestlich errichteten Kirche (von 1760).
Die Entstehung des Gutes ist eng mit der Familie von Stutterheim verbunden, die zu Beginn des 18. zu den stärksten und angesehensten Adelsfamilien der Niederlausitz gehörte. Neben Ogrosen befanden sich noch 12 weitere Rittergüter  mit dem Stammsitz in Golssen in ihrem Besitz. Otto Hieronymus von Stutterheim begann mit dem Umbau des Herrenhauses, nach dessen Tod 1702 ließ es sein Sohn Heinrich Otto 1704 fertig stellen. Damit ist das Gut in seinem Kern älter als die Dorfkirche.
Das Gutshaus ist ein zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach. Der barocke Bau mit 9 Achsen erhielt im 19. Jahrhundert eine Verlängerung um eine Achse und einen turmartigen, dreigeschossigen Anbau von zwei Achsen. 1762, während des 7-jährigen Krieges brannte das Haus aus.
An der Südseite befindet sich in der Hausmitte die Terrasse von der eine Freitreppe in den Park führt. Der etwa 5 Hektar große Park wird vor allem durch die Wasserläufe und Teiche geprägt. Im 19. Jahrhundert stand die Untermühle am Wasserlauf im Park.
Der hufeisenförmige Wirtschaftshof, der dem Herrenhaus nördlich vorgelagert  ist, weist folgende baulichen Besonderheiten auf: Ziegelbauten mit verschiedenen Zierelementen wie Putzbänder und -felder; Feldsteinsockel; dekoratives Gesimse; Rundfenster; Rundbogen und Segmentbogen; Krüppelwalmdach und Mansardwalmdach.
Der östliche Flügel war als Kuhstall genutzt, der westliche als Pferdestall, Garagen und Stellmacherei. Die 1960 in den Hof herein gebauten Gebäude Werkstatt und Remise belasten den Charakter der ursprünglichen Hofanlage.
Der gesamte, historische Gutshof steht unter Denkmalschutz.

Wie für die Niederlausitz nicht ganz untypisch,hatte das Gut einen häufigen Besitzerwechsel:

1447                                     Zincke
1509                                     v. Zabeltitz
1611                                     v. Seifertitz
1622                                     v. Stutterheim
1780                                     v. Löben
1809                                     Graf z. Lynar
1842                                     Graf v. Pourtales
1864                                     Frau v. Thielau
1910                                     v. Voß
1916                                     Lüdeke
1945                                     Volks eigenes Gut
1991                                     Lüdeke / Lütke Schwienhorst

Gut Ogrosen Toni und Heiner Lütke Schwienhorst GbR
Info(at)gut-ogrosen(dot)de
Ogrosener Dorfstraße 35
Vetschau/Spreewald , 03226
035436/218